Finanzglossar
Alle wichtigen Begriffe rund um Baufinanzierung, Immobilienkauf und Kreditkonditionen – verständlich erklärt
Annuitätendarlehen
Ein Darlehen mit gleichbleibenden monatlichen Raten (Annuitäten), bestehend aus Zins- und Tilgungsanteil. Der Zinsanteil sinkt über die Laufzeit, während der Tilgungsanteil steigt.
Anschlussfinanzierung
Die Finanzierung nach Ablauf der Zinsbindung eines bestehenden Darlehens. Sie wird benötigt, wenn die Restschuld noch nicht vollständig getilgt ist.
Beleihungsauslauf
Das Verhältnis zwischen Darlehenssumme und Beleihungswert einer Immobilie, ausgedrückt in Prozent. Je niedriger der Beleihungsauslauf, desto günstiger sind oft die Konditionen.
Beleihungswert
Der Wert einer Immobilie, den Banken als Sicherheit für ein Darlehen ansetzen. Liegt meist 10-20% unter dem Marktwert.
Bereitstellungszinsen
Zinsen, die anfallen, wenn ein bewilligtes Darlehen nicht innerhalb einer vereinbarten Frist abgerufen wird. Meist nach 3-12 Monaten.
Bonität
Die Kreditwürdigkeit eines Darlehensnehmers. Sie wird anhand von Einkommen, Vermögen, bestehenden Verbindlichkeiten und SCHUFA-Auskunft bewertet.
Disagio
Ein Abschlag vom Darlehensnennbetrag, der sofort bei Auszahlung einbehalten wird. Im Gegenzug wird ein niedrigerer Nominalzins vereinbart.
Effektivzins
Der jährliche Gesamtaufwand eines Kredits in Prozent, inklusive Nominalzins und weiterer Kosten. Ermöglicht den Vergleich verschiedener Kreditangebote.
Eigenkapital
Die eigenen finanziellen Mittel, die Sie in die Baufinanzierung einbringen. Empfohlen werden mindestens 20% des Kaufpreises plus Nebenkosten.
Energieausweis
Ein Dokument, das den energetischen Zustand einer Immobilie bewertet. Seit 2009 bei Verkauf oder Vermietung Pflicht.
Forward-Darlehen
Ein Darlehen, dessen Zinssatz heute festgelegt wird, aber erst in bis zu 66 Monaten ausgezahlt wird. Sichert aktuelle Zinsen für die Zukunft.
Grundbuch
Ein amtliches öffentliches Register, in dem die Eigentumsverhältnisse und Belastungen eines Grundstücks dokumentiert sind.
Grundschuld
Ein Grundpfandrecht, das als Sicherheit für ein Darlehen im Grundbuch eingetragen wird. Anders als die Hypothek ist sie nicht vom Bestehen einer Forderung abhängig.
Hausgeld
Die monatlichen Kosten für die Verwaltung und Instandhaltung einer Eigentumswohnung, umgelegt auf alle Eigentümer.
KfW-Darlehen
Günstige Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau für energieeffizientes Bauen, Sanieren oder altersgerechtes Umbauen.
Kaufnebenkosten
Zusätzliche Kosten beim Immobilienkauf: Grunderwerbsteuer (3,5-6,5%), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 2%) sowie ggf. Maklercourtage.
Muskelhypothek
Eigenleistungen beim Hausbau, die als Eigenkapital angerechnet werden können. Banken akzeptieren meist bis zu 15% der Bausumme.
Nominalzins
Der reine Zinssatz eines Darlehens ohne Berücksichtigung weiterer Kosten. Für den Vergleich ist der Effektivzins aussagekräftiger.
Restschuld
Der noch offene Darlehensbetrag nach Ablauf der Zinsbindung oder zu einem bestimmten Zeitpunkt während der Rückzahlung.
Sondertilgung
Zusätzliche Tilgungsleistungen außer der Plan, um das Darlehen schneller zurückzuzahlen. Sollte vertraglich vereinbart werden (meist 5-10% p.a.).
Sollzinsbindung
Der Zeitraum, für den der Zinssatz eines Darlehens festgeschrieben ist. Üblich sind 5, 10, 15 oder 20 Jahre.
Teilauszahlung
Die schrittweise Auszahlung eines Darlehens, z.B. entsprechend dem Baufortschritt. Reduziert Bereitstellungszinsen.
Tilgung
Die Rückzahlung eines Darlehens. Bei einem Annuitätendarlehen wird sie in Prozent des ursprünglichen Darlehensbetrags angegeben (anfängliche Tilgung).
Tilgungsaussetzung
Die vorübergehende Aussetzung der Tilgung bei gleichzeitiger Weiterzahlung der Zinsen. Wird oft mit Bausparverträgen oder Lebensversicherungen kombiniert.
Umschuldung
Die Ablösung eines bestehenden Darlehens durch ein neues, oft um von besseren Konditionen zu profitieren.
Vorfälligkeitsentschädigung
Eine Entschädigung an die Bank, wenn ein Darlehen vor Ablauf der Zinsbindung zurückgezahlt wird. Kann mehrere Tausend Euro betragen.
Wohnfläche
Die nach der Wohnflächenverordnung berechnete Fläche einer Immobilie. Wichtig für Wertermittlung und Finanzierung.
Zinsbindung
Der Zeitraum, in dem der vereinbarte Zinssatz unverändert bleibt. Schützt vor Zinserhöhungen während dieser Zeit.
Zwischenfinanzierung
Eine kurzfristige Finanzierung zur Überbrückung, z.B. bis zur Auszahlung eines Bausparvertrags oder dem Verkauf einer anderen Immobilie.
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